Bergisch Gladbach | 10.07.2026
Was für ein wunderbares Erlebnis, in der Natur unterwegs zu sein. Man erkennt Schönheit und Harmonie, fühlt sich frei und unbeschwert. Draußen gibt es weder künstliche Regeln noch Aufgaben oder Maschinen, die den Takt angeben. Man darf einfach sein. Auch das Erlebnis, in der Landschaft keine Grenzen auszumachen, verstärkt den Eindruck, die Enge des Alltags hinter sich zu lassen. An solchen Orten kann man richtig durchatmen. Das gelingt fern und nah – sogar beim Spaziergang um die Ecke, wenn es hinein ins Grüne geht. Im Sommer blüht es ständig, vieles sogar gleichzeitig. Es ist eine farbenfrohe Zeit. Wie passend ist hier das Jesus-Wort vom Lilienfeld: »Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.« (vgl. Matthäus 6, 28-29). Das Bild ruft ins Bewusstsein: Vertrau darauf, dass dein Leben nicht nur von deiner Anstrengung abhängt. Auch du darfst leben, ohne dass du dich ständig rechtfertigen oder optimieren musst. Wir alle sind hier, so wie wir sind, um ein Teil von Gottes herrlicher Schöpfung zu sein. Die Evangelien berichten immer wieder, wie sich Jesus Christus Momente der Ruhe gönnte, indem er sich in die Abgeschiedenheit, in die Natur, zurückzog. Er macht uns vor, wie wichtig es ist, den Alltag zu unterbrechen. Er nimmt sich Zeit und macht sich frei – gerade im Angesicht von Schwierigkeiten und Herausforderungen. Christus ermuntert uns immer wieder loszulassen, das Jetzt zu genießen, die Gedanken nicht in unseren Planungen und Sorgen zu verlieren. Nach seinem Vorbild können wir unsere Augen auf das Gegenwärtige und das Schöne richten, auf die Freiheit und die Weite – um immer wieder durchzuatmen.
Allen wünsche ich einen schönen Sommer und erholsame Tage – ob im Urlaub oder zu Hause, auf dem Land oder in der Stadt!
Ihr Norbert Hörter, Dechant